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Silikon ist bei Produkten für Babys und Kinder zu einem sehr häufig verwendeten Material geworden. Man findet es bei Tellern, Bechern, Löffeln, Lätzchen und Beißringen, aber auch bei Spielzeug und anderem Zubehör. Es ist flexibel, zerbricht beim Herunterfallen nicht und lässt sich in der Regel einfach reinigen.
Bei der großen Auswahl stellt sich jedoch schnell die Frage: Ist Silikon für Babys und Kleinkinder sicher?
Silikon kann ein geeignetes Material für Kinderprodukte sein, wenn das fertige Produkt für den jeweiligen Verwendungszweck vorgesehen ist und die dafür geltenden Sicherheitsanforderungen erfüllt. Bei Produkten zum Essen ist besonders wichtig, dass sie für den Kontakt mit Lebensmitteln bestimmt und so hergestellt sind, dass sie bei sachgemäßer Verwendung für diesen Zweck sicher sind.
Deshalb reicht es bei der Auswahl nicht aus, nur auf die Angabe „Silikon“ zu achten. Entscheidend sind auch der Verwendungszweck, die Angaben des Herstellers, die entsprechende Dokumentation und die Gebrauchsanweisung.
Silikon ist ein synthetisches Material, dessen Grundstruktur aus Silicium, Sauerstoff und weiteren Elementen besteht. Je nach Zusammensetzung und Herstellungsverfahren kann es unterschiedliche Eigenschaften haben – bei Kinderprodukten wird es häufig in weicher und flexibler Form verwendet.
Gerade diese Eigenschaften sind im Alltag praktisch. Ein Teller zerbricht beim Herunterfallen nicht, ein Lätzchen lässt sich zusammenrollen und in der Tasche verstauen, ein weicher Löffel ist für das Kind einfach zu benutzen und ein Silikon-Beißring lässt sich von kleinen Händen gut greifen und erkunden.
Wichtig ist jedoch: Die Bezeichnung Silikon allein sagt noch nicht genug über die Qualität und Sicherheit des fertigen Produkts aus.
Bei einem Kinderprodukt interessiert uns deshalb nicht nur, aus welchem Material es besteht, sondern vor allem, wofür es vorgesehen ist und ob es für diese Verwendung geeignet ist.
Silikon kann für den Lebensmittelkontakt geeignet sein, wenn das fertige Produkt die Anforderungen erfüllt, die für Materialien und Gegenstände mit Lebensmittelkontakt gelten.
In der Europäischen Union gilt für Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, grundsätzlich, dass sie unter normalen beziehungsweise vorhersehbaren Verwendungsbedingungen keine Stoffe in Mengen an Lebensmittel abgeben dürfen, die die menschliche Gesundheit gefährden, die Zusammensetzung des Lebensmittels in unvertretbarer Weise verändern oder dessen sensorische Eigenschaften beeinträchtigen könnten.
Für Silikon gibt es derzeit keine einzelne spezifische harmonisierte EU-Maßnahme, die alle Silikonmaterialien für den Lebensmittelkontakt einheitlich regelt. Deshalb ist es bei einem konkreten Produkt umso wichtiger, den vorgesehenen Verwendungszweck, die Herstellerdokumentation und die Gebrauchsanweisung zu prüfen.
Eltern müssen dafür keine Verordnungsnummern kennen. Viel hilfreicher ist es zu wissen, worauf man bei einem konkreten Produkt achten sollte.
Bei Tellern, Bechern, Löffeln und anderen Produkten, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, sollte klar angegeben sein, dass das Produkt für diesen Zweck vorgesehen ist.
Bei dem Silikonteller Liewood Arne gibt die Herstellerdokumentation beispielsweise 100 % Silikon, die wiederholte Verwendung mit unterschiedlichen Arten von Lebensmitteln, die vorgesehenen Nutzungsbedingungen sowie Prüfungen zur Migration von Stoffen an.
Gerade die Migration beziehungsweise der Übergang von Stoffen ist ein wichtiger Bestandteil der Bewertung von Materialien mit Lebensmittelkontakt. Dabei wird nicht nur beurteilt, welches Material verwendet wurde, sondern auch, wie sich das fertige Produkt bei der vorgesehenen Verwendung verhält.
Statt nur zu fragen „Ist Silikon sicher?“, ist daher diese Frage hilfreicher:
„Ist dieses konkrete Silikonprodukt für die Art geeignet, wie ich es verwenden möchte?“
Auf Kinderprodukten finden sich häufig Angaben wie BPA-frei, „phthalatfrei“ oder „PVC-frei“.
Solche Angaben sagen etwas über die Zusammensetzung des Produkts aus, aber nicht alles über seine Qualität und Sicherheit. Darüber hinaus wird der Umgang mit bestimmten Stoffen, darunter BPA, auch durch europäische Rechtsvorschriften geregelt. Die Angabe „BPA-frei“ ersetzt daher nicht die allgemeine Konformität des Produkts mit den für dieses Produkt geltenden Anforderungen.
Bei einem Produkt für Kinder ist es deshalb sinnvoll, das Gesamtbild zu betrachten.
Wenn ein Kind zunehmend selbstständig isst, zeigen sich schnell die Vorteile eines Materials, das flexibel und strapazierfähig ist und beim ersten Sturz vom Tisch nicht zerbricht.
Silikonteller, Schüsseln und Esslernsets sind daher besonders in der Beikostzeit und bei den ersten Versuchen des selbstständigen Essens praktisch. Bei manchen Produkten hilft ein Saugnapf an der Unterseite dabei, das Geschirr auf einer glatten Oberfläche stabiler zu halten. Weichere Kanten sind angenehm in der Handhabung und viele Silikonprodukte können nach dem Essen in der Spülmaschine gereinigt werden.
Dabei gilt jedoch eine wichtige Regel: Prüfen Sie immer die Gebrauchshinweise des konkreten Produkts.
Nicht jedes Silikonprodukt ist für dieselben Temperaturen oder dieselbe Art der Verwendung vorgesehen. Manche Produkte sind mikrowellengeeignet, andere nicht. Dasselbe gilt für Spülmaschine, Backofen oder Gefrierschrank.
Das Material kann gleich sein, die zulässige Verwendung jedoch unterschiedlich.
Nein. Die verwendeten Rohstoffe, die Materialzusammensetzung, der Herstellungsprozess und die Eigenschaften des fertigen Produkts können sich unterscheiden.
Die Sicherheit eines Produkts lässt sich deshalb nicht zuverlässig allein anhand seiner Weichheit, Dicke, seines Geruchs oder seines Aussehens beurteilen.
In sozialen Netzwerken finden sich beispielsweise verschiedene sogenannte Silikon-Tests für zu Hause, bei denen das Material gebogen, zusammengedrückt oder gedehnt wird und anhand einer Farbveränderung angeblich seine Qualität beurteilt werden soll. Solche Methoden ersetzen weder eine geeignete Produktprüfung noch die Dokumentation des Herstellers.
Die Sicherheit eines Produkts lässt sich nicht mit einem einfachen Test zu Hause feststellen.
Viel wichtiger sind der vorgesehene Verwendungszweck, die Rückverfolgbarkeit, die Gebrauchshinweise und die Angaben des Herstellers beziehungsweise des verantwortlichen Wirtschaftsakteurs.
Prüfen Sie bei Produkten zum Essen insbesondere:
Bei Kinderprodukten ist also nicht nur das Material entscheidend. Wichtig sind das fertige Produkt und der Verwendungszweck, für den es entwickelt wurde.
Bei manchen Produkten finden Sie die Angabe LFGB. Dabei handelt es sich um den deutschen gesetzlichen Rahmen für Lebensmittel, Bedarfsgegenstände und Futtermittel. Im Zusammenhang mit Silikonen werden außerdem die deutschen BfR-Empfehlungen für Materialien mit Lebensmittelkontakt herangezogen.
Wichtig ist, LFGB nicht als besonderes europäisches „Silikon-Zertifikat“ zu verstehen. Die Angabe liefert Informationen über Anforderungen beziehungsweise Prüfungen, auf die sich der Hersteller bei dem jeweiligen Produkt bezieht.
Auf Produkten für den Lebensmittelkontakt kann außerdem das Glas-Gabel-Symbol zu finden sein. Es kennzeichnet Materialien beziehungsweise Produkte, die für den Kontakt mit Lebensmitteln vorgesehen sind, wenn dieser Verwendungszweck nicht ohnehin eindeutig erkennbar ist.
Bei dem Silikonbecher mit Strohhalm Nuuroo Aiko wird beispielsweise Silikon für den Lebensmittelkontakt (LFGB) angegeben. Der Hersteller nennt außerdem die Konformität mit europäischen Anforderungen an Materialien mit Lebensmittelkontakt und die gute Herstellungspraxis. Das Produkt ist spülmaschinengeeignet; laut Gebrauchshinweisen sollte es zudem vor jeder Verwendung überprüft und bei ersten Anzeichen von Verschleiß ersetzt werden.
Solche Angaben sind bei der Produktauswahl deutlich hilfreicher als allgemeine Begriffe wie „Premium Silicone“.
Ja, wenn das konkrete Produkt dafür vorgesehen ist und innerhalb der vom Hersteller festgelegten Grenzen verwendet wird.
Silikon kann ein temperaturbeständiges Material sein. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Silikonprodukte für Kinder dieselben zulässigen Temperaturen oder Verwendungsmöglichkeiten haben.
Schließen Sie deshalb nicht allein aufgrund des Materials darauf, dass ein Produkt in der Mikrowelle, im Backofen oder bei einer bestimmten Temperatur verwendet werden darf.
Silikon ist in der Regel pflegeleicht, dennoch sollten auch hier die Anweisungen des Herstellers beachtet werden.
Reinigen Sie das Produkt nach der Verwendung gründlich und kontrollieren Sie es regelmäßig, insbesondere wenn es mit Lebensmitteln in Berührung kommt oder vom Kind in den Mund genommen wird.
Wenn Sie Risse, Beschädigungen oder deutlichen Verschleiß feststellen, beachten Sie die Herstellerhinweise zur weiteren Verwendung beziehungsweise zum Austausch des Produkts. Bei Nuuroo-Produkten zum Essen wird beispielsweise angegeben, dass das Produkt vor der Verwendung überprüft und bei ersten Anzeichen von Verschleiß ersetzt werden sollte.
Seien Sie bei Silikontellern auch mit scharfen Gegenständen vorsichtig, wenn der Hersteller darauf hinweist, dass diese die Oberfläche beschädigen können.
Für diese gelten andere Anforderungen als für Essgeschirr.
Wenn ein Silikonprodukt ein Spielzeug ist, muss es die für Spielzeug geltenden Sicherheitsanforderungen erfüllen – es reicht nicht aus, dass es aus Silikon besteht.
Entscheidend sind unter anderem das Alter des Kindes, die Konstruktion des Produkts, die mechanischen Eigenschaften, mögliche Kleinteile und die vorgesehene Verwendung.
Bei dem Silikon-Beißring Mushie Rainbow – Cambridge Blue nennt die Konformitätserklärung des Herstellers beispielsweise Silikon als Material und die Einhaltung der für die Spielzeugsicherheit geltenden Anforderungen. Das Produkt wurde außerdem nach EN 71-1 für mechanische und physikalische Eigenschaften, EN 71-2 für Entflammbarkeit sowie EN 71-3 für die Migration bestimmter Elemente geprüft.
Bei einem Beißring sollten Sie deshalb neben dem Material auch prüfen, ob das Produkt tatsächlich zum Beißen vorgesehen ist, für welches Alter es geeignet ist, wie es gereinigt werden soll und welche Hinweise der Hersteller zur sicheren Verwendung gibt.
Kein Material sollte allein aufgrund seiner Bezeichnung automatisch als besser angesehen werden.
Sicherheit und Gebrauchstauglichkeit eines Produkts hängen nicht nur davon ab, ob es aus Silikon oder Kunststoff besteht. Entscheidend sind die konkrete Zusammensetzung, die Verarbeitungsqualität, der vorgesehene Verwendungszweck, die geltenden Anforderungen und die richtige Verwendung.
Silikon hat bei Kinderprodukten einige sehr praktische Eigenschaften: Es ist flexibel, zerbricht beim Herunterfallen nicht und lässt sich häufig einfach reinigen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Kunststoffprodukt automatisch durch ein Silikonprodukt ersetzt werden sollte.
Hilfreicher ist die Frage:
„Welches Produkt eignet sich für diesen Zweck und für die Art, wie mein Kind es verwenden wird?“
Silikon kann im Alltag mit einem Baby oder Kleinkind ein sehr praktisches Material sein. Beim Essen ermöglicht es flexible und strapazierfähige Produkte, während Beißringe und Spielzeug in weichen Formen gestaltet werden können, die kleine Hände leicht greifen können.
Doch die Angabe „Silikon“ auf der Verpackung allein reicht nicht aus.
Bei Produkten, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen oder die ein Kind häufig in den Mund nimmt, lohnt sich ein genauerer Blick: Wofür ist das Produkt vorgesehen, wer hat es hergestellt, welche Informationen und Dokumentationen liegen dazu vor und wie muss es richtig verwendet werden?
Genau darum geht es bei einer durchdachten Auswahl: nicht nach einem Material zu suchen, das an sich als „das beste“ bezeichnet wird, sondern ein hochwertiges Produkt auszuwählen, das für seinen Zweck und für die Entwicklungsphase geeignet ist, in der das Kind es benötigt.