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Eine Wickeltasche gehört zu den Dingen, bei denen sich das beste System oft erst mit der Zeit entwickelt. Anfangs packen wir für alle Fälle beinahe das halbe Kinderzimmer ein, einige Monate später wissen wir bereits ziemlich genau, was wir für einen kurzen Spaziergang wirklich brauchen und was für einen ganzen Tag unterwegs.
In eine gut vorbereitete Wickeltasche gehören immer die wichtigsten Dinge zum Wickeln, Wechselkleidung, eine Mullwindel und etwas für unerwartete Situationen. Mit zunehmendem Alter des Kindes verändert sich der Inhalt – zu Fläschchen kommen Snacks, Lätzchen, Besteck und vielleicht ein Thermobehälter hinzu.
Doch nicht nur der Inhalt ist wichtig. Die richtige Größe der Tasche, ausreichend Fächer und die Art, wie sie getragen wird, können darüber entscheiden, ob Sie beim Wickeln mit einer Hand die Feuchttücher finden oder zuerst die Hälfte des Tascheninhalts ausräumen müssen.
Die Grundausstattung ist recht einfach:
Für einen längeren Ausflug ist es sinnvoll, mehr Windeln und Wechselkleidung, Essen, Getränke und auch etwas für sich selbst einzupacken. Die Menge sollte davon abhängen, wie lange Sie außer Haus sein werden. Für einen 30-minütigen Spaziergang in der Nachbarschaft brauchen Sie nicht den gleichen Vorrat wie für einen ganzen Tag unterwegs.
Beim Wickeln außer Haus ist vor allem wichtig, dass alles Nötige schnell griffbereit ist. Windeln, Feuchttücher und Wickelunterlage möchten Sie schließlich nicht ganz unten in einer vollen Tasche suchen. Besonders praktisch ist eine faltbare Wickelunterlage, die wenig Platz benötigt und es ermöglicht, das Baby auch dort zu wickeln, wo die vorhandene Fläche nicht ideal ist.
Mindestens ein Satz Wechselkleidung für das Kind ist fast unverzichtbar. Spucken, eine ausgelaufene Windel oder Essen können schnell dafür sorgen, dass ein unerwarteter Kleidungswechsel nötig wird. Bei einem kleineren Baby reichen normalerweise ein Ersatzbody und eine Hose beziehungsweise ein Strampler. Für einen längeren Ausflug sind zusätzliche Socken und je nach Wetter eine weitere Kleidungsschicht sinnvoll.
Und dann gibt es noch eine Sache, an die man häufig erst nach dem ersten Missgeschick denkt: ein Ersatzshirt für die Mama. Besonders während der Stillzeit kann es wegen auslaufender Milch oder Spucken hilfreich sein. Auch später kann schnell ein Teil des Mittagessens auf dem Elternteil statt im Mund des Kindes landen.
Eine Mullwindel verdient fast unabhängig vom Alter des Kindes einen Platz in der Tasche. Sie kann beim Füttern oder Spucken, als Schutz für die Schulter, als zusätzliche Unterlage beim Wickeln oder einfach als Tuch verwendet werden, wenn eines gebraucht wird. Statt mehrerer unterschiedlicher Dinge haben Sie so einen leichten und vielseitigen Begleiter dabei.
Die beste Wickeltasche ist nicht unbedingt die größte. Wichtiger ist, dass sie zu Ihrem Alltag und zum Alter Ihres Kindes passt. Wahrscheinlich wird auch nicht dieselbe Lösung während der gesamten Zeit die praktischste bleiben.
Für kürzere Spaziergänge und Erledigungen kann bereits ein kleiner Organizer ausreichen, der direkt am Kinderwagen befestigt wird. Darin finden einige Windeln, Feuchttücher, ein Schnuller, eine Mullwindel und andere kleine Utensilien Platz. Der größte Vorteil besteht darin, dass alles griffbereit ist und Sie keine zusätzliche große Tasche tragen müssen.
Ein Organizer kann auch als Ergänzung zu einer größeren Tasche praktisch sein – darin bewahren Sie die Dinge auf, die Sie am häufigsten verwenden, während der Rest in der Haupttasche bleibt.
Eine klassische Tasche ist besonders dann eine gute Wahl, wenn Sie etwas mehr Platz und eine übersichtliche Organisation möchten.
Achten Sie bei der Auswahl auf:
Bei den Fächern zählt nicht nur die Anzahl. Hilfreich ist vor allem, wenn die Dinge ihren festen Platz haben. Wenn Sie immer wissen, in welchem Fach der Schnuller steckt und wo die Feuchttücher liegen, werden Sie das besonders dann zu schätzen wissen, wenn die andere Hand bereits beschäftigt ist.
Wenn das Kind etwas größer wird, können sich auch die Bedürfnisse verändern. Essen, Getränke, Snacks, ein Spielzeug, mehr Wechselkleidung und andere Kleinigkeiten kommen hinzu. Gleichzeitig wird das Kind immer mobiler.
Dann können zwei freie Hände wichtiger werden als alles andere.
Auch ich habe nach ungefähr acht Monaten die Tasche gegen einen Rucksack ausgetauscht. Ich musste immer mehr Dinge mitnehmen und gleichzeitig war ein Rucksack mit einem aktiveren Kind einfach praktischer.
Beim Kauf einer Wickeltasche müssen Sie daher nicht nach einer einzigen Lösung suchen, die von der Geburt bis zum dritten Lebensjahr perfekt ist. Die Bedürfnisse einer Familie verändern sich – und mit ihnen darf sich auch die Tasche verändern.
Eine große Tasche ohne System wird schnell zu einem schwarzen Loch. Am einfachsten ist es, die Dinge nach ihrer Verwendung zu sortieren:
Wickeln: Windeln, Feuchttücher, Unterlage, Creme und Beutel.
Kleidung: Wechselkleidung und Mullwindel.
Füttern: Fläschchen beziehungsweise Becher, Lätzchen, Löffel, Essen oder Snack.
Schnell griffbereit: Schnuller, Feuchttücher, Handy, Schlüssel und andere Dinge, die Sie häufig benötigen.
Wechselkleidung können Sie auch in einem kleineren waschbaren Beutel verstauen. Wenn Sie die Kleidung benötigen, kann anschließend die nasse oder schmutzige Garnitur darin verstaut werden und der restliche Inhalt der Tasche bleibt sauber.
Wenn Sie nach Hause kommen, ersetzen Sie verbrauchte Dinge möglichst bald. Legen Sie neue Windeln hinein, überprüfen Sie die Feuchttücher, tauschen Sie eine schmutzige Mullwindel aus und legen Sie den Ersatzbody wieder zurück.
Beim nächsten Mal müssen Sie vor dem Aufbruch nur noch Dinge hinzufügen, die nicht dauerhaft in der Tasche bleiben sollten, beispielsweise Essen und Getränke. Das ist eine dieser kleinen Gewohnheiten, die das Verlassen des Hauses deutlich weniger chaotisch machen können.
Wenn Ihr Baby Säuglingsnahrung bekommt, kann eine gut vorbereitete Wickeltasche besonders praktisch sein. Neben einem sterilisierten Fläschchen können Sie eine abgemessene Menge Säuglingsnahrung und eine Thermosflasche mit heißem abgekochtem Wasser mitnehmen, damit Sie die Mahlzeit frisch zubereiten können, wenn Ihr Baby sie benötigt.
Mit der Einführung der Beikost bekommt die Wickeltasche nach und nach einen neuen Inhalt.
Zusätzlich zur Grundausstattung zum Wickeln sind praktisch:
Und hier kommt ein Utensil ins Spiel, das man bei einem Neugeborenen vielleicht noch gar nicht mit einer Wickeltasche in Verbindung bringen würde: ein Thermobehälter für Essen. Wenn Ihr Kind bereits zubereitete Mahlzeiten isst, können Sie damit eine zu Hause zubereitete warme Mahlzeit mitnehmen. So sind Sie bei einem Ausflug nicht darauf angewiesen, unterwegs eine Möglichkeit zum Aufwärmen des Essens zu finden.
Ebenso praktisch kann eine Thermosflasche für Getränke sein, besonders auf längeren Wegen. Bei einem etwas größeren Kind lautet die Frage häufig nicht mehr was kann ich noch einpacken?, sondern wie alles in die Tasche passt, ohne unnötiges Gewicht mitzunehmen.
Passen Sie den Inhalt der Wickeltasche daran an, wie lange Sie außer Haus sein werden. Für einen kurzen Spaziergang oder eine schnelle Erledigung reichen normalerweise zwei oder drei Windeln, eine kleine Packung Feuchttücher, eine Wickelunterlage, eine Mullwindel, ein Ersatzbody oder ein Satz Wechselkleidung sowie ein Beutel für schmutzige Sachen. Wenn Ihr Kind einen Schnuller verwendet, nehmen Sie diesen ebenfalls mit und zum Füttern nur das, was Sie während Ihrer Abwesenheit tatsächlich benötigen.
Für einen längeren Ausflug ist es sinnvoll, die Grundausstattung etwas zu erweitern. Nehmen Sie mehr Windeln, zusätzliche Wechselkleidung, eine weitere Mullwindel und einen Ersatzschnuller mit. Wenn Sie auch während der Mahlzeiten unterwegs sein werden, denken Sie an Essen und Getränke, Lätzchen, Besteck und je nach Alter des Kindes an einen Thermobehälter oder andere Utensilien zum Füttern. Auch ein Ersatzshirt für einen Elternteil kann hilfreich sein – besonders während der Stillzeit oder bei einem jüngeren Baby, das häufig spuckt.
Bei einer gut organisierten Wickeltasche sind oft nicht die großen Dinge entscheidend, sondern die Details:
Eine kleinere Packung Feuchttücher statt einer großen spart überraschend viel Platz.
Ein Ersatzschnuller fällt kaum auf – bis der erste auf den Boden fällt oder spurlos verschwindet.
Ein Beutel für nasse Kleidung verhindert, dass ein Missgeschick den gesamten Tascheninhalt verschmutzt.
Ein Außenfach ist ideal für Dinge, die Sie sofort finden möchten.
Eine Mullwindel kann an einem einzigen Tag fünf verschiedene Aufgaben übernehmen.
Ein Thermobehälter kann in der Beikostzeit dafür sorgen, dass die gewohnte Mahlzeit Ihres Kindes auch dann dabei ist, wenn Sie weit weg von zu Hause sind.
Das sind Details, die sich beim Kauf der ersten Tasche nur schwer einschätzen lassen, im Alltag jedoch schnell wichtiger werden können als ihr Aussehen.
Es gibt keine universelle Liste, die zu jeder Familie passt. Ein ausschließlich gestilltes Baby benötigt unterwegs andere Dinge als ein Baby, das mit Säuglingsnahrung gefüttert wird. Ein sechs Monate altes Kind, das gerade mit Beikost beginnt, braucht eine andere Ausstattung als ein Kleinkind, das bereits selbstständig Snacks isst. Auch ein halbstündiger Spaziergang erfordert eine andere Vorbereitung als ein ganzer Tag unterwegs.
Dasselbe gilt für die Tasche selbst. Für manche ist ein kleiner Kinderwagen-Organizer ideal, andere bevorzugen eine geräumige Schultertasche und wieder andere einen Rucksack. Eine gute Wickeltasche ist nicht diejenige, in der Sie alles dabeihaben. Gut ist eine Wickeltasche dann, wenn sie das enthält, was Sie brauchen – und Sie es genau dann finden, wenn Sie es brauchen.
Mit einigen grundlegenden Utensilien, einer durchdachten Organisation und etwas Erfahrung wird auch das Verlassen des Hauses mit Baby deutlich einfacher. Und wenn sich die Bedürfnisse verändern, passen Sie einfach den Inhalt an – oder die Tasche.